Mein Weg nach dem Studium

Interview nach dem Studium Scientific Computing

Sabrina P., Abschlussjahr 2014


Mein Weg nach dem Bachelor Scientific Computing


Nach dem Bachelor habe ich einen Master in Mathematik an der TUM angeschlossen. In Scientific Computing habe ich gelernt wie sich reale Probleme in mathematische Formeln strukturieren lassen und wie man diese anschließend in der Regel iterativ mit dem Computer löst. Um mehr über die mathematischen Grundlagen zu erfahren, wieso diese iterativen Verfahren eine Lösung finden und unter welchen Annahmen sie das tun, bin ich an die Uni gewechselt. Nach meinem Master habe ich als Data Scientist in der Industrie begonnen.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Vor dem Studium: Ich habe mir den Studiengang aufgrund dessen Mathematik Fokus und verpflichtenden Auslandssemesters ausgewählt. Ich habe mich also tatsächlich sehr auf den mathematischen Teil gefreut. Den angewandten Informatik Teil fand ich anfangs gar nicht so interessant. Erst nach dem Studium habe ich festgestellt, wie sehr ich von der Informatikausbildung profitiere und mir eine Arbeit ohne programmieren gar nicht mehr vorstellen kann.


Nach dem Studium: Mir war es wichtig, dass mir alle Türen offen stehen egal ob ich einen Master und PhD anschließen möchte oder direkt in die Industrie gehen möchte. Ein Master war mir nach dem Bachelor noch wichtig zu absolvieren, danach brauchte ich erstmal eine Pause ;-)


Meine persönlichen Erfahrungen mit Scientific Computing


Mir hat das Studium gut gefallen. Anfangs war ich zwar etwas enttäuscht, dass es durch kleine Studiengruppen verglichen zur Uni etwas schulischer wirkte, aber schlussendlich fand ich durch diese kleinen Gruppen die Dynamik zwischen den Studenten und den Dozenten sehr angenehm. Denn man konnte auch in der Vorlesung, nicht nur im Tutorium wie es an großen Unis üblich ist, Fragen auch an den Dozenten stellen. Die Dozenten, was in der Regel die Professoren selbst waren, waren immer sehr interessiert zu lehren und hatten ein offenes Ohr nach der Vorlesung oder in der Sprechstunde.


Trotz allen Lobs muss ich sagen, dass das Auslandssemester dennoch das beste war :-D – Auf einem ganz anderen Level. Die Hochschule München und Scientific Computing bieten ein gutes Lernumfeld und der Studieninhalt ist auch genau das was er sein sollte, interessant, angewandt im Informatik Teil und theoretischer im mathematischen Teil. Im Auslandsemester zählte für mich nicht nur das Studium und Vorlesungen. Dort ging es viel mehr um die Erfahrungen in einem fremden Land, die internationalen Freundschaften, die Unternehmungen im In- und Ausland.


Über mein Auslandssemester


Ich habe mein Auslandssemester an der HKUST in Hong Kong verbracht. Die Uni liegt direkt an der Küste, ich hatte sogar ein Zimmer mit Blick aufs Meer. Wir waren ca. 200 Austauschstudenten, von denen viele an einer Orientation Week vor dem Studium teilgenommen hatten, um sich vorher kennenzulernen. Die Austauschstudenten waren immer motiviert etwas zu unternehmen, weil ihre Zeit vor Ort limitiert ist und sie so viel wie möglich erleben wollten. So haben sich immer wieder kleine Grüppchen für Unternehmungen gebildet oder sogar für Reisen ins Ausland. Die Freundschaften, die ich in dieser Zeit geschlossen hat, bestehen zum Teil seit Jahren.


Auch in den Vorlesungen habe ich viel gelernt. Endlich konnte ich die Grundlagen in Mathe belegen und mir ein Bild machen wie ein Mathestudium auf der Uni aussieht, was ich damals bereits angestrebt habe.


Wann ist Scientific Computing das Richtige für mich?


Wenn du Begeisterung für Mathe hast und auch nicht vor Informatik/programmieren zurückschreckst. Schlussendlich muss die Mathematik irgendwie umgesetzt werden.


Was ich schon immer mal zu Scientific Computing loswerden wollte


Das Auslandssemester an sich ist auf jeden Fall ein Highlight, aber auch die Organisation begonnen mit der Bewerbung bei den Partner Unis bis hin zur Anrechnung der Credits war reibungslos. Durch die kleinen Studiengruppen und das gute Verhältnis zu Professoren hat es immer wieder Spaß gemacht in die Vorlesungen zu kommen.


Über meine Bachelorarbeit


Ich habe eine theoretische Bachelorarbeit bei Frau Köster geschrieben. Sie betreut eine Forschungsgruppe zu Personenstromsimulationen. Hier gibt es ein gradientenbasiertes Navigationsmodell von Fußgängern welches auf gewöhnlichen Differentialgleichungen beruht. In meiner Bachelorarbeit wurde basierend auf verschiedenen Konstellationen von zwei Personen eine Stabilitätsanalyse des Modells gemacht. Eine Stabilitätsanalyse zeigt wie sich das dynamische System bestehend aus mehreren gewöhnlichen Differentialgleichungen unter einer Störung der Anfangsbedingung (Startposition, Geschwindigkeit) verhält.


 


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