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Sicheres Klassenzimmer

Das Pilotprojekt startet in Schulräumen im Großraum München (Foto: PantherMedia/ArturVerkhovetskiy)
Das Pilotprojekt startet in Schulräumen im Großraum München (Foto: PantherMedia/ArturVerkhovetskiy)

[19|07|2021]

Forschungsprojekt zur Aerosol-Konzentration

 

Seit Frühjahr 2020 ist bekannt, dass Aerosole eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem Coronavirus spielen. Wie nun Schulen mit Unterricht und Schulsport im nächsten Schuljahr an den Start gehen, ist von einer niedrigen Aerosol-Konzentration in Klassenräumen abhängig. Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der Hochschule München initiierte dazu das Forschungsprojekt "Sicheres Klassenzimmer".

 

Luftqualität im realen Schulbetrieb messen

Wie viel Lüften reicht in der Praxis aus? "Diese Thematik wird seit längerer Zeit kontrovers und teilweise sehr emotional in der Öffentlichkeit diskutiert. Wir haben deshalb das Forschungsprojekt ‚Sicheres Klassenzimmer‘ auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, die Luftqualität im realen Schulbetrieb über einen längeren Zeitraum zu messen und aufzuzeichnen", sagt der Projektleiter und Initiator des Forschungsprojekts, Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der HM. Eine Pilotstudie mit Messungen der Luftqualität in 40 Klassenzimmern in und um München ist bereits angelaufen. Zu Beginn des neuen Schuljahres ist geplant, die Studie auf 120 Klassenzimmer im Großraum München und Mainz zu erweitern.

 

Alternative Lüftungskonzepte im Vergleich

Schwarzbauer zum Design der Studie: "Wir untersuchen drei verschiedene Lüftungskonzepte: die klassische Fensterlüftung, den Einsatz von Raumluftreinigern sowie die Verwendung eines kosteneffizienten, leicht nachrüstbaren Lüftungssystems – entwickelt vom Max-Planck-Institut in Mainz." Dabei interessiert die Forschenden besonders, wie sich die unterschiedlichen Lüftungskonzepte auf die Luftqualität im Klassenzimmer sowie auf das Covid-19-Infektionsrisiko auswirken.

 

Grundlagen schaffen für Unterrichtsstrategien

Zu Beginn des neuen Schuljahres haben vor allem die Kinder und Jugendlichen noch keinen Corona-Impfschutz. Um Unterricht und Schulsport zu ermöglichen, ist es wichtig, die Forschung jetzt voranzutreiben. "Sollten die Inzidenzen wieder steigen, dann brauchen wir effektive Strategien, um das Infektionsrisiko während des Unterrichts und beim Schulsport bestmöglich zu reduzieren", sagt Prof. Dr. Henning Wackerhage, Sportbiologe der TU München, der ebenfalls an dem Projekt mitarbeitet.

 

Für die technische Umsetzung kommen Verfahren aus den Bereichen Internet of Things und Cloud-Computing zum Einsatz. Die Messwerte können damit direkt aus den Klassenzimmern der teilnehmenden Schulen über die Funknetzwerke LoRaWAN sowie 4G/LTE zur Hochschule München übertragen und dort in Echtzeit verarbeitet werden. Das Projekt ist eine Initiative der Hochschule München in Kooperation mit WissenschaftlerInnen von der TU München, der LMU München und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch / Julia Blabl