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Digitales Prüfen

Die mehr als 30 TeilnehmerInnen des Workshops aus ganz Deutschland probieren bei der Live-Demo von EXaHM verschiedene Prüfungsszenarien aus (Foto: Johanna Weber)
Die mehr als 30 TeilnehmerInnen des Workshops aus ganz Deutschland probieren bei der Live-Demo von EXaHM verschiedene Prüfungsszenarien aus (Foto: Johanna Weber)

[20|05|2019]

EXaHM-Workshop an der Hochschule München

 

EXaHM ist ein System für digitale Prüfungen, das von Prof. Dr. Georg Braun an der Hochschule München entwickelt wird. In einem ganztägigen Workshop, den die HM gemeinsam mit dem Didaktikzentrum Bayern und dem bayerischen Wissenschaftsforum veranstaltete, konnten sich die VizepräsidentInnen für Studium und Lehre, ProfessorInnen mit Interesse am Einsatz digitaler Prüfungen sowie MitarbeiterInnen zur Unterstützung digitaler Lehr- und Lernszenarien mit EXaHM vertraut machen.

 

Prof. Dr. Klaus Kreulich, Vizepräsident für Lehre an der Hochschule München, betonte bei der Eröffnung die großen Chancen, die digitales Prüfen für die Qualität der Lehre biete. Studierende können nicht nur Wissen nachweisen, sondern auch Fertigkeiten bei der Lösung komplexer Aufgaben demonstrieren. EXaHM (application oriented, digital EXamination System at Hochschule München) setzt genau hier an. Kreulich erläuterte: „Mit EXaHM ist es möglich, dass Studierende in einer Softwareumgebung geprüft werden. So können z.B. Kompetenzen der Programmierung, in Statistik oder auch in CAD anhand praxisnaher Aufgaben nachgewiesen werden.“

 

Geschützte Desktop-Umgebung und Automatisierungsframework

Denn im Gegensatz zu existierenden Online-Prüfungssystemen lassen sich mit dem computerbasierten Prüfungssystem EXaHM Prüfungen mithilfe von ausgewählten, lokal installierten Programmen in einer geschützten Desktop-Umgebung durchführen. Dadurch können in Prüfungen dieselben branchenüblichen Programme verwendet werden, welche die Studierenden aus Praktika, Übungen und Vorlesungen kennen, oder vorhandene Lernmanagementsystem wie z.B. Moodle.

 

EXaHM ist außerdem ein Automatisierungsframework: Alle Schritte, die zu einer digitalen Prüfung gehören wie das Hochfahren der Computer, der Wechsel in den Prüfungsmodus oder das Speichern der Prüfungsdateien, werden mithilfe eines zentralen Servers automatisiert. Inzwischen sind bereits 1.000 Studierende mit EXaHM geprüft worden, mehr als ein Dutzend Lehrende setzen das Prüfungssystem in der Bewertung ein. Jede EXaHM-Prüfung wird evaluiert. Diese Ergebnisse fließen in die weitere Entwicklung des Prüfungssystems ein, wie Braun beim Workshop unterstrich, was im Rahmen des Qualitätspaket-Lehre-Projektes der Hochschule München „ZUG – Für die Zukunft gerüstet“ geschieht.

 

Eine Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Studierenden eine PC-Prüfung als die beste Prüfungsform ansehen, um das Gelernte anzuwenden (Quelle: ZUG)
Eine Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Studierenden eine PC-Prüfung als die beste Prüfungsform ansehen, um das Gelernte anzuwenden (Quelle: ZUG)

Weitere EXaHM-Fahrplan

Während der Live-Demo von EXaHM lernten alle TeilnehmerInnen eine Auswahl verschiedener Prüfungsszenarien kennen. Es wurden unter anderem Datenverarbeitung in Excel mit Visual Basic for Applications (VBA), Rechnertechnik und Programmieren in Visual Studio und C sowie Programmieren in Java und Eclipse gezeigt. In anschließenden Kleindiskussionen tauschten sich die Teilnehmenden zur EXaHM-Infrastruktur, Bewertung von digitalen Prüfungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und Kompetenzorientierung aus. Zum Abschluss des Workshops wurde ein möglicher Fahrplan für die Einführung von EXaHM an anderen Hochschulen vorgestellt.

 

Über das Projekt ZUG

Das "Projekt ZUG - Für die Zukunft gerüstet (2016-2020)" schafft hervorragende Studienbedingungen für individuelle Lernerfolge an der Hochschule München. Dafür werden in den fünf zukunftsweisenden Handlungsfeldern Didaktik, Digitale Diagnostik, Digitale Prüfungen, Praxisbezug und Studienwege Konzepte erarbeitet und lehrunterstützende Infrastrukturen aufgebaut.

 

 

Aike van Douwe