Mein Weg nach dem Studium

Interview nach dem Studium Scientific Computing

Tanja D., Abschlussjahr 2012


Mein Weg nach dem Bachelor Scientific Computing


Ich habe direkt über das Praktikum bei der Firma angefangen, das war sehr praktisch. Ich mache momentan nichts mit Mathe, sondern programmiere nur mit C++ und mache viele Datenbankabfragen. Das macht aber auch Spaß und obwohl ich am Anfang dachte, C++ wär nicht so mein Ding, macht es mittlerweile Spaß, ich komme gut klar und die Datenbankabfragen sind super. Ich arbeite in einer großen Versicherung im Bereich Lebensversicherung, mache aber auch Krankenversicherungen mit, denn manchmal überschneidet sich das ein bisschen und auch so Zahlungssachen, wie Inkasso. Es sind hauptsächlich Dialoge, die ich programmiere, teilweise wird auch ein bisschen was gerechnet. Das wird zwar von der Mathematik vorgegeben, aber ich programmiere das dann.
Die Kunden sind bei uns die Leute, die im Fachbereich arbeiten, oder auch die Mathematik, die von uns dann Auswertungen bekommt. Im Moment mache ich ein paar Abfragen zu Dubletten, das heißt, dass teilweise Partner mehrfach angelegt sind. Zum Beispiel sind sehr einfache Abfragen, wie viele Partner haben wir überhaupt, wie sind die verknüpft oder wie stecken die in anderen Tabellen über den Schlüssel mit drin. Ansonsten habe ich letztens Abfragen zu Riester gemacht, also wie viele Riester-Verträge gibt es, wie viel Geld ist angelegt und wie viele Zulagen bekommen die Kunden.


Was muss ich mitbringen, damit Scientific Computing das richtige Studienfach für mich ist?


Du solltest schon so ein bisschen der Tüftler sein und die Muße und die Geduld haben, dich stundenlang an ein Problem setzen zu können, bis du es gelöst hast.


Scientific Computing oder reine Mathematik?


Wenn man rein Mathematik studiert, dann denke ich mit dem Ziel, dass man später wissenschaftlich arbeitet. Wenn man beispielsweise an der Hochschule oder Uni weiter machen will, oder in Richtung Professor gehen will, dann ist Mathematik besser. Ansonsten, wenn man jetzt nach draußen in die Industrie will, braucht man auf jeden Fall die Informatik dazu.


Über meine Bachelorarbeit


Ich habe mich mit planaren Graphen beschäftigt, das hatte viel mit Mathematik zu tun, man konnte sich aber auch grafisch etwas vorstellen und programmieren. Also wirklich das perfekte Gemisch aus Mathe und Informatik. Planare Graphen sind Graphen, die man so umzeichnen kann, dass sich die Kanten zwischen den Knoten nicht überschneiden oder kreuzen. Das Ziel der Arbeit war, automatisiert zu prüfen, ob man den vorliegenden Graphen theoretisch so zeichnen kann, dass er keine Kreuzungen hat. Da habe ich dann verschiedene Graphen untersucht, also kleinere, größere und welche die ganz wild aussahen.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Vorher war mein Ziel eigentlich reine Mathematik zu studieren, aber das gab es an der Hochschule München nicht. Dann hab ich mich für Scientific Computing entschieden und gedacht, Informatik wird schon irgendwie gehen. Am Anfang bin ich aber überhaupt nicht damit klar gekommen, das hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt, dass es mir doch Spaß gemacht hat. Von Mathe hab ich mir eigentlich genau das erwartet, was wir auch gemacht haben. Im Nachhinein war es gut so, dass ich mich für Mathe mit Informatik entschieden habe, weil ich es jetzt sehr gut gebrauchen kann und ich denke mal auch jeder andere in der Zukunft. Computer wird es immer geben und man wird auch immer das Programmiertechnische brauchen, daher ist es zukunftsorientierter Mathe in Verbindung mit Informatik zu studieren.