Mein Weg nach dem Studium

Interview nach dem Studium Scientific Computing

Marion G., Abschlussjahr 2011


Mein Weg nach Scientific Computing


Nach Scientific Computing wollte ich noch mehr Richtung Mathematik gehen und habe mich daher für ein Masterstudium an der Hochschule in Regensburg entschieden. Da mir bereits im Bachelor das Studium an der Hochschule gut gefallen hat, unter anderem wegen der kleinen Gruppen und dem direkten Kontakt zu den Professoren, habe ich mich wieder für eine Hochschule entschieden. Nach meiner Masterarbeit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) habe ich die Möglichkeit ergriffen, dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin anzufangen.


Scientific Computing im Beruf / weiteren Studium


In meinem Masterstudium habe ich den Unterschied zwischen einem Mathematik-Studium und Scientific Computing kennengelernt. An der Hochschule München steht die Anwendung des erlernten Wissens im Vordergrund. Da-durch bleibt nicht so viel Zeit für die Theorie. Der Unterschied zu einem Mathematik-Studium ist größer, als ich es erwartet habe. Trotzdem bin ich mit einigem Nachlernen im Master zurechtgekommen. Dafür habe ich für den Beruf den Vorteil, dass ich das Programmieren bereits im Studium erlernt habe und auch mit bekannter mathematischer Software umgehen kann. Das hat mir bei den Abschlussarbeiten und beim Praxissemester sehr geholfen.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Vor dem Studium habe ich mit weniger Informatik gerechnet und konnte mir auch unter dem Begriff ’Informatik’ nur schwer etwas vorstellen. Weder in der Schule, noch in meiner Freizeit habe ich je programmiert. Deshalb war vor allem Softwareentwicklung in den ersten Semestern ziemlich anstrengend. Nach einer Zeit habe ich mich an das Programmieren gewöhnt und es hat angefangen, mir Spaß zu machen. Im Nachhinein denke ich, es ist schwierig zwei so große Fachgebiete wie Informatik und Mathematik in einem Studiengang umfassend zu lehren. In Scientific Computing gelingt das aus meiner Sicht gut, aber nicht ohne Defizite.


Meine persönlichen Erfahrungen mit Scientific Computing


Mir hat es gut gefallen, dass das Studium so abwechslungsreich gestaltet ist. Bereits im 4. Semester konnte ich Wissen aus Numerik und Wahrscheinlichkeitstheorie bei meinem Praxissemester anwenden. Danach habe ich, wie vorgesehen, ein Semester im Ausland studiert und so eine andere Hochschule kennengelernt. Durch die Anwendungsfächer bei anderen Fakultäten konnte ich mir selbst Anwendungsbereiche aussuchen, die mich interessieren. So gab es nur wenige Semester, die genau nach einem festen Plan verliefen, bei den meisten konnte ich selbst die Entscheidung treffen, womit ich mich beschäftige.


Wann ist Scientific Computing das Richtige für mich?


Wenn dich mathematische Fragestellungen interessieren, dir Programmieren Spaß macht und es dir wichtig ist, dein erlerntes Wissen direkt anwenden zu können.


Über meine Bachelorarbeit


In meiner Bachelorarbeit ging es darum, das Verhalten der Personen beim Münchner Firmenlauf in einer Simulation abzubilden. Die Siemens AG hatte dazu einen Simulator, mit dem ich das Szenario nachstellen und die Ergebnisse mit den echten Ergebnissen vergleichen konnte. Das Thema hat mir sehr gut gefallen, weil man sich direkt etwas darunter vorstellen kann. Dadurch fiel es mir leicht, mich einzuarbeiten und auch Freunden und Familie von meiner Arbeit zu erzählen. Auch bei Vorstellungsgesprächen kann man die Themenstellung sehr anschaulich erklären.