Mittendrin

Mein Studium an der Fakultät 07

Mario P., Abschlussjahr 2013


Mein Weg nach Scientific Computing


Ich habe im Oktober 2013 an der LMU angefangen im Master Mathematik, da ist jetzt erst ein Semester vorbei. Also ich stelle mir vor, dass ich vielleicht irgendwann mal an der Uni arbeite, aber weiterhin im Mathematik Bereich.


Scientific Computing im weiteren Studium


Mario P., Abschlussjahr 2013


Mein Weg nach Scientific Computing


Ich habe im Oktober 2013 an der LMU angefangen im Master Mathematik, da ist jetzt erst ein Semester vorbei. Also ich stelle mir vor, dass ich vielleicht irgendwann mal an der Uni arbeite, aber weiterhin im Mathematik Bereich.


Scientific Computing im weiteren Studium


Es hilft mir auf jeden Fall von der grundlegenden Denkweise, also dass man analytisch rangehen muss, damit man das Ganze überhaupt verstehen kann. Dann geben natürlich die Mathe-Fächer, die man hier hatte, eine gewisse Grundlage. Es hätte mir für den Übertritt auf die Uni viel geholfen, wenn man mehr tiefere Mathe-Vorlesungen angeboten hätte, neben Numerik und Integraltransformationen.


Warum Scientific Computing?


Ich habe davor eine Ausbildung zum Informatiker gemacht, daher war es mein Wunsch, ein bisschen theoretischer zu werden. Allerdings gar nicht so Mathe-mäßig, sondern eher die Informatik. Ich bin dann eher zufällig auf die Beschreibung von dem Studiengang gestoßen, habe mir den Studienplan angeschaut und es hat mich echt direkt angesprochen. Auch die Mathe-Fächer haben sich interessant angehört und dann habe ich es halt gemacht.


Was sollte ich für Scientific Computing mitbringen?


Dir muss auf jeden Fall das analytische Denken gefallen, oder eigentlich Denken an sich. Ich finde es ganz wichtig, dass man gerne nachdenkt und gerne Zusammenhänge einfach verstehen will. Programmieren solltest du auf jeden Fall mögen, zumindest damit es dich nicht in den ersten zwei oder drei Semestern abschreckt, weil man relativ parallel zu den Informatikern die Vorlesungen macht.
Ich würde allerdings sagen, dass man jetzt von den Schulnoten nicht unbedingt sofort einen Rückschluss ziehen sollte, was man studieren soll oder nicht. Sprich, wenn man jetzt keine 1 in Mathe oder Physik etc. hat, dass einem das dann gar nicht in den Sinn kommt. Sondern, man soll Spaß daran haben und dann wird man hier automatisch seine Vorlesungen bestehen oder seine Prüfungen bestehen. Hier kann man sich ja frei mit den Sachen beschäftigen, wie man gerade lustig ist. Wenn man dann Interesse hat, beschäftigt man sich automatisch mit den Sachen, da muss man einen dann nicht dazu zwingen.


Über mein Auslandssemester


Ich war in Pilsen an der westböhmischen Universität aufgrund von der Kooperation mit der Hochschule München, da können ja die meisten Fächer angerechnet werden. Dort wird mehr Mathe gemacht, also auch tiefere Mathematik, daran musste man sich erstmal gewöhnen. Wir hatten aber nicht nur dieses theoretische Zeugs, wie jetzt an der Uni, sondern es gab auch ein Projekt, wo wir numerisch ein Differentialgleichungssystem 2. Ordnung lösen sollten. Wenn das Auslandssemester nicht Pflicht gewesen wäre, dann hätte ich es glaube ich nicht gemacht. Jetzt im Nachhinein betrachtet war es schon sinnvoll, auch für sich selbst, mal 4-5 Monate bisschen weiter weg (auch wenn Pilsen nicht die Meile ist) zu sein. Allerdings denke ich, dass viele Leute, wenn sie sich den Studienplan durchlesen, und dann merken, da ist ein Auslandssemester Pflicht, kurz schlucken und dann fällt der Studiengang schon aus der Wahl raus.


Über meine Bachelorarbeit


Meine Bachelorarbeit habe bei Prof. Gruber gemacht. Es ging um das Theorem von Moivre und Laplace, wie sich die Binomialverteilung für steigendes n an die Normalverteilung anschmiegt, das ist ein Spezialfall von dem zentralen Grenzwertsatz. Der besagt, dass jede Zufallsgöße für steigendes n gegen die Normalverteilung geht. Beispielsweise beim Lotto ist es ja so, dass man den Binomialkoeffizient verwenden muss um die Gewinnwahrscheinlichkeiten zu berechnen und das ist die Grundlage von der Binomialverteilung.
Zu dem Satz gibt es einen Beweis von einem russischen Professor, Nikolai Krylow. Der hat einen Beweis veröffentlicht, der nicht viel Wissen braucht, also eine Analysis Vorlesung und ein bisschen Wahrscheinlichkeitstheorie. Er verwendet diese Mittel ganz einfach, um das zu zeigen. Am Anfang war es ziemlich schwierig zu verstehen, weil er nicht viel von seinen Ideen gesprochen hat, sondern es einfach hingeschrieben und dann bewiesen hat. Meine Aufgabe war es, seine Ideen rauszufiltern oder rauszufinden. Das war vielleicht auch das Spannende dran, sich wirklich zu fragen, was er hätte wollen können. :-)
Für mich war das eigentlich eine ganz sinnvolle Aufgabe, weil mich die Mathematik mehr interessiert hat. Es kam für mich eigentlich nicht in Frage, dass ich bei einer Firma eine Abschlussarbeit mache, da vor der Bachelorarbeit schon fest stand, dass ich danach auf die LMU gehen würde. Der Prof. Gruber konnte mir dann Gott sei Dank eine interessante theoretische Arbeit anbieten.


Was ich schon immer zu Scientific Computing loswerden wollte


An der Hochschule studieren doch mehr Studenten Informatik, wahrscheinlich weil sie Angst vor Mathe haben, könnte ich mir vorstellen. Das finde ich schade, weil es das eigentlich so nicht bräuchte. Man muss ja das Mathe-Zeug nicht immer so streng sehen, sondern es kann ja auch irgendwie Spaß machen.
Ich halt den Studiengang für sehr sinnvoll, auch unter anderem weil es einen von der breiten Masse abhebt. Man hat einen guten Mix zwischen Praxisbezug, Mathe, Programmieren und Informatik, da kann man sich die Fächer ja so zusammenklauben, wie man will. Den Mix halte ich für sehr sinnvoll auch für das berufliche Danach. Ich wüsste jetzt nicht, was dann einen Arbeitgeber daran hindern sollte, so jemanden einzustellen, der des einigermaßen in Ordnung abschließt. Man hat für mich wirklich ein gutes Profil mit dem Studiengang.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Mein Wunsch vor dem Studium war, dass ich die Informatik theoretischer kennen lernen, als in der Ausbildung. Von den Mathematik-Sachen habe ich mich überraschen lassen müssen, da hatte ich keine Erwartung. Das war vielleicht ganz positiv, weil immer wenn man ohne Erwartung irgendwo reingeht, dann kann man im Endeffekt nur positiv überrascht werden und das war bei mir so. Nach dem Studium muss ich sagen, dass es mir ein bisschen zu wenig theoretisch war. Das ist eine angewandte Hochschule hier, der Studiengang ist angewandte Mathe, deswegen ist das völlig in Ordnung. Nur für mich persönlich war es danach zu wenig theoretisch.


Es hilft mir auf jeden Fall von der grundlegenden Denkweise, also dass man analytisch rangehen muss, damit man das Ganze überhaupt verstehen kann. Dann geben natürlich die Mathe-Fächer, die man hier hatte, eine gewisse Grundlage. Es hätte mir für den Übertritt auf die Uni viel geholfen, wenn man mehr tiefere Mathe-Vorlesungen angeboten hätte, neben Numerik und Integraltransformationen.


Warum Scientific Computing?


Ich habe davor eine Ausbildung zum Informatiker gemacht, daher war es mein Wunsch, ein bisschen theoretischer zu werden. Allerdings gar nicht so Mathe-mäßig, sondern eher die Informatik. Ich bin dann eher zufällig auf die Beschreibung von dem Studiengang gestoßen, habe mir den Studienplan angeschaut und es hat mich echt direkt angesprochen. Auch die Mathe-Fächer haben sich interessant angehört und dann habe ich es halt gemacht.


Was sollte ich für Scientific Computing mitbringen?


Dir muss auf jeden Fall das analytische Denken gefallen, oder eigentlich Denken an sich. Ich finde es ganz wichtig, dass man gerne nachdenkt und gerne Zusammenhänge einfach verstehen will. Programmieren solltest du auf jeden Fall mögen, zumindest damit es dich nicht in den ersten zwei oder drei Semestern abschreckt, weil man relativ parallel zu den Informatikern die Vorlesungen macht.
Ich würde allerdings sagen, dass man jetzt von den Schulnoten nicht unbedingt sofort einen Rückschluss ziehen sollte, was man studieren soll oder nicht. Sprich, wenn man jetzt keine 1 in Mathe oder Physik etc. hat, dass einem das dann gar nicht in den Sinn kommt. Sondern, man soll Spaß daran haben und dann wird man hier automatisch seine Vorlesungen bestehen oder seine Prüfungen bestehen. Hier kann man sich ja frei mit den Sachen beschäftigen, wie man gerade lustig ist. Wenn man dann Interesse hat, beschäftigt man sich automatisch mit den Sachen, da muss man einen dann nicht dazu zwingen.


Über mein Auslandssemester


Ich war in Pilsen an der westböhmischen Universität aufgrund von der Kooperation mit der Hochschule München, da können ja die meisten Fächer angerechnet werden. Dort wird mehr Mathe gemacht, also auch tiefere Mathematik, daran musste man sich erstmal gewöhnen. Wir hatten aber nicht nur dieses theoretische Zeugs, wie jetzt an der Uni, sondern es gab auch ein Projekt, wo wir numerisch ein Differentialgleichungssystem 2. Ordnung lösen sollten. Wenn das Auslandssemester nicht Pflicht gewesen wäre, dann hätte ich es glaube ich nicht gemacht. Jetzt im Nachhinein betrachtet war es schon sinnvoll, auch für sich selbst, mal 4-5 Monate bisschen weiter weg (auch wenn Pilsen nicht die Meile ist) zu sein. Allerdings denke ich, dass viele Leute, wenn sie sich den Studienplan durchlesen, und dann merken, da ist ein Auslandssemester Pflicht, kurz schlucken und dann fällt der Studiengang schon aus der Wahl raus.


Über meine Bachelorarbeit


Meine Bachelorarbeit habe bei Prof. Gruber gemacht. Es ging um das Theorem von Moivre und Laplace, wie sich die Binomialverteilung für steigendes n an die Normalverteilung anschmiegt, das ist ein Spezialfall von dem zentralen Grenzwertsatz. Der besagt, dass jede Zufallsgröße für steigendes n gegen die Normalverteilung geht. Beispielsweise beim Lotto ist es ja so, dass man den Binomialkoeffizient verwenden muss um die Gewinnwahrscheinlichkeiten zu berechnen und das ist die Grundlage von der Binomialverteilung.
Zu dem Satz gibt es einen Beweis von einem russischen Professor, Nikolai Krylow. Der hat einen Beweis veröffentlicht, der nicht viel Wissen braucht, also eine Analysis Vorlesung und ein bisschen Wahrscheinlichkeitstheorie. Er verwendet diese Mittel ganz einfach, um das zu zeigen. Am Anfang war es ziemlich schwierig zu verstehen, weil er nicht viel von seinen Ideen gesprochen hat, sondern es einfach hingeschrieben und dann bewiesen hat. Meine Aufgabe war es, seine Ideen rauszufiltern oder rauszufinden. Das war vielleicht auch das Spannende dran, sich wirklich zu fragen, was er hätte wollen können. :-)
Für mich war das eigentlich eine ganz sinnvolle Aufgabe, weil mich die Mathematik mehr interessiert hat. Es kam für mich eigentlich nicht in Frage, dass ich bei einer Firma eine Abschlussarbeit mache, da vor der Bachelorarbeit schon fest stand, dass ich danach auf die LMU gehen würde. Der Prof. Gruber konnte mir dann Gott sei Dank eine interessante theoretische Arbeit anbieten.


Was ich schon immer zu Scientific Computing loswerden wollte


An der Hochschule studieren doch mehr Studenten Informatik, wahrscheinlich weil sie Angst vor Mathe haben, könnte ich mir vorstellen. Das finde ich schade, weil es das eigentlich so nicht bräuchte. Man muss ja das Mathe-Zeug nicht immer so streng sehen, sondern es kann ja auch irgendwie Spaß machen.
Ich halt den Studiengang für sehr sinnvoll, auch unter anderem weil es einen von der breiten Masse abhebt. Man hat einen guten Mix zwischen Praxisbezug, Mathe, Programmieren und Informatik, da kann man sich die Fächer ja so zusammenklauben, wie man will. Den Mix halte ich für sehr sinnvoll auch für das berufliche Danach. Ich wüsste jetzt nicht, was dann einen Arbeitgeber daran hindern sollte, so jemanden einzustellen, der des einigermaßen in Ordnung abschließt. Man hat für mich wirklich ein gutes Profil mit dem Studiengang.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Mein Wunsch vor dem Studium war, dass ich die Informatik theoretischer kennen lernen, als in der Ausbildung. Von den Mathematik-Sachen habe ich mich überraschen lassen müssen, da hatte ich keine Erwartung. Das war vielleicht ganz positiv, weil immer wenn man ohne Erwartung irgendwo reingeht, dann kann man im Endeffekt nur positiv überrascht werden und das war bei mir so. Nach dem Studium muss ich sagen, dass es mir ein bisschen zu wenig theoretisch war. Das ist eine angewandte Hochschule hier, der Studiengang ist angewandte Mathe, deswegen ist das völlig in Ordnung. Nur für mich persönlich war es danach zu wenig theoretisch.