Mein Weg nach dem Studium

Interview nach dem Studium Scientific Computing

Felix D., Abschlussjahr 2011


Mein Weg nach Scientific Computing


Nach dem Bachelor Scientific Computing habe ich drei Semester Mathematik (Bachelor) an der TU München studiert, davon das letzte im TopMath-Programm. Im Moment promoviere ich parallel zum Master in Mathematik.


Scientific Computing im weiteren Studium / Beruf


Da der Schwerpunkt in Mathematik auf Beweisen liegt, habe ich die Kenntnisse aus Scientific Computing im weiterführenden Studium kaum direkt nutzen können. Vor allem in Numerik merke ich aber einen deutlichen Vorsprung bezüglich Erfahrung im Umgang mit Software und Programmierung, was mir jetzt auch bei der Promotion hilft. Das Auslandssemester in Scientific Computing hat mich gut auf die internationalen Kontakte an der TU vorbereitet.


Wann ist Scientific Computing das Richtige für mich?


Scientific Computing ist das Richtige für dich, wenn du gerne interdisziplinäre Probleme in den Naturwissenschaften mit dem Computer lösen willst. Das beinhaltet zum Beispiel die Optimierung von Flugzeugformen, das Design neuer Medikamente durch Simulation oder die Computer-Analyse von sozialen Netzwerken. Im Studium wird einem die Fähigkeit vermittelt, mit dem Computer sinnvolle Berechnungen durchführen zu können. In den Anwendungsfächern erfährt man dazu noch einige Grundlagen anderer Fachbereiche (Biologie, Physik, ...). Es sollte dich also eine eher breite als tiefe Ausbildung in Numerik und Naturwissenschaften interessieren. Durch diese Breite hast du danach sehr viele Möglichkeiten der Weiterbildung in Naturwissenschaften, Informatik oder Mathematik; und durch die Programmierkenntnisse einen Vorsprung gegenüber fachnahen Studierenden.


Erzähl etwas zu deinem Auslandssemester


Im Auslandssemester sowie bei der Abschlussarbeit habe ich im Studium am meisten Erfahrungen gesammelt. Sowohl finanziell als auch persönlich wurde ich dabei von der Hochschule und dem deutschen Staat unterstützt, was dazu geführt hat, dass ich am Ende fast keine zusätzlichen Kosten hatte. Da das Auslandssemester ein fester Bestandteil des Studienplans ist, gibt es auch schon viele hilfreiche Informationen bei der Suche nach einem Studienplatz. Außerdem ist die Anrechnung von Studieninhalten aus dem Ausland sehr einfach, was bei Studiengängen ohne geplantes Auslandssemester durchaus ein Problem sein kann. Persönlich habe ich die Angst vor dem ’Schritt ins Ausland’ komplett verloren und kann mir gut vorstellen, später auch im Ausland zu arbeiten. Fachlich waren sowohl Auslandssemester als auch Bachelorarbeit eine große Bereicherung, auch weil ich den Unterschied zwischen Hochschule und Universität erleben konnte.


Was ich schon immer mal zu Scientific Computing loswerden wollte


Die Flexibilität des Studienganges hat mir besonders gut gefallen. Ich konnte zweimal ins Ausland (Studiensemester und Bachelorarbeit), außerdem in zwei verschiedenen Firmen mein Praxissemester absolvieren - alles im Einklang mit dem Studienplan. Die grundlegende Mathematik hat mir teilweise gefehlt. Positiv war - vor allem in den höheren Semestern - das exzellente Betreuungsverhältnis mit teilweise nur fünf Studenten pro Vorlesung.


Wünsche und Erwartungen vor und nach dem Studium


Vor dem Studium erwartete ich von Scientific Computing eine Ausbildung, die Mathematik und Informatik verbindet. Dass man durch diese Verbindung so viele Probleme in den Naturwissenschaften lösen kann, habe ich erst im Studium (positiv) erfahren. Künftige Studenten dürfen nicht erwarten, stark beweisorientierte Mathematik zu lernen, wie sie an der Universität gelehrt wird. Dafür lernt man, Probleme anwendungsorientiert mit Werkzeugen aus der Mathematik und Informatik zu lösen - was vor allem in der Wirtschaft ein großer Vorteil sein kann.