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Studierende finden in Datenschutz-Zusatzausbildung Sicherheitslücke in PDF
"Virus in PDF"
[09|09|2009]
Virus in PDF
Im Rahmen der (
Datenschutz-Zusatzausbildung
) an der Hochschule München
beschäftigten sich die Dozenten Prof. Dr. Rainer W. Gerling und Heidi Schuster sowie ca. zehn Studentinnen und Studenten mir praktischen Datenschutz- und IT-Sicherheitsproblemen im Praktikum „Datenschutz und Datensicherheit“ des Sommersemesters 2009. Ein Thema war die Sicherheit beim Umgang mit PDF-Dateien. Das Portable Dokument Format (PDF) von Adobe ist der de-facto-Standard zur Weitergabe von Dokumenten.
Kaum bekannt ist jedoch die Tatsache, dass man in PDF-Dateien beliebige andere Dateien einbetten kann. Damit hat eine PDF-Datei - neben den Möglichkeiten ein Dokument darzustellen – auch in etwa die gleichen Möglichkeiten wie eine ZIP-Datei: es können eine oder auch mehrere Dateien als Anhänge in die PDF-Datei eingebunden werden. Mit einem Dateimanager können die Dateien „ausgepackt“ und genutzt werden.
Eine Frage die aufkam und auch gleich praktisch getestet wurde, war das Einbetten von Viren in PDF-Dateien. Dies wurde dann mit dem EICAR-Testvirus ausprobiert. Man kann dies sowohl mit Adobe Acrobat, als auch mit Freeware Tools wie PDFbundle (http://www.coolpdf.com/pdfbundle.html
) bewerkstelligen.
Überraschend war der Umgang gängiger Virenscanner mit dem in die PDF-Datei eingebetteten Virus. Der Virus wurde erstaunlich häufig nicht gefunden! Während ein Virus in einer ZIP-Datei praktisch von allen Virenscannern gefunden wird, halten sich die Viren-Erkenner bei PDF-Dateien mit viraler Payload doch teilweise zurück.
Mit dem Dienst VirusTotal (http://www.virustotal.com/de/
) waren schnell viele Virenscanner getestet. Die einzigen bekannteren Scanner, die den Testvirus in der PDF-Datei fanden, waren Bitdefender, ClamAV, GData, McAfee, nProtect und Sophos; bei 33 der 40 Scanner auf VirusTotal war einfach Fehlanzeige.
Hier muss dringend nachgebessert werden: Dateien innerhalb von PDF-Dateien müssen ausgepackt und gescannt werden. Sonst entfällt die erste Verteidigungslinie gegen Viren auf dem Mailserver oder dem http-Proxy.
Erst wenn die virale Payload auf dem Desktop-Rechner ausgepackt wird, spricht der örtliche Virenscanner beim Scannen des Schreibzugriffs auf den lokalen Datenträger an.
Prof. Dr. Rainer W. Gerling